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Das Familienzentrum in Lauchringen bietet Lese‐ und Schreibkurse für funktionale Analphabeten an

Bild: Ursula Freudig

 

Lese‐ und Schreibkurse im Familienzentrum Hochrhein sollen funktionalen Analphabeten mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit bringen. Geschätzte 8000 Betroffene gibt es allein im Landkreis Waldshut. Das Alfa‐Mobil klärt über das Thema und Angebote zur Abhilfe auf.
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8000 Personen im Landkreis Waldshut können nicht lesen und schreiben: Im Familienzentrum Hochrhein starten jetzt Kurse für Analphabeten

Margot Eisenmeier und Ulla Hahn im Familienzentrum
Bild: Melanie Mickley

In Deutschland gelten etwa 7,5 Millionen Erwachsene als sogenannte funktionale Analphabeten. Das bedeutet, ihre Fähigkeiten zu lesen und zu schreiben sind nur schwach ausgeprägt. Einige kennen zwar die Buchstaben, können aber nicht lesen.

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Behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche kicken auf dem Spielfeld in der Schmittenau. Möglich macht das Eric Nestler vom VfB Waldshut

Der VfB Waldshut lädt die Integrationsgruppe „Faszination“ des Familienzentrums Hochrhein in die Schmittenau zum Training ein. Das Kicken macht Nicht‐Behinderten sowie Kinder und Jugendliche mit Behinderung großen Spaß.

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Brauchen Sie Hilfe im Alltag oder eine Begleitung bei Arztbesuchen? Das Familienzentrum Hochrhein bietet sogenannte Pflege‐Unterstützer

Das Familienzentrum (Faz) entwickelt ein besonderes Angebot. Die Pflege‐Unterstützer sind Ergänzung zu den Leistungen der Sozialstation. Sie übernehmen keine krankenpflegerischen und medizinischen Aufgaben, sondern leisten Unterstützung im Alltag und entlasten Angehörige.

Die Deutschen sind Europameister in Sachen Pflege. Noch vor den Italienern. Aber die Opferbereitschaft hat auch ihren Preis. Oft kommen die pflegenden Angehörigen an den Rand ihrer Kräfte und fühlen sich überfordert. Damit es nicht so weit kommt, hat das Familienzentrum (Faz) Hochrhein das Angebot „Pflege‐Unterstützer“ entwickelt.

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Baustellenbesichtigung im Sozialen Quartier im Lauchringer Riedpark: Kindergarten und Wohnhaus sollen 2019 fertiggestellt sein

Baustellenbesichtigung im Riedpark
Foto: Peter Rosa

Bei einer Baustellenbesichtigung des Sozialen Quartiers im Riedpark informierte Bürgermeister Thomas Schäuble über den Baufortschritt des künftigen Mehrgenerationenzentrums im Lauchringer Riedpark. Im Frühjahr 2019 soll der Kindergarten in Betrieb gehen, auch das von einem Investor geplante Wohnhaus soll Ende 2019 fertig gestellt sein.

Trotz Hochkonjunktur und voller Auftragsbücher bei den Baufirmen wächst das Mehrgenerationenzentrum im Lauchringer Riedpark rasant. Die größte Baumaßnahme in der Geschichte der Gemeinde, wie Bürgermeister Thomas Schäuble sie beim Spatenstich im vergangenen Herbst bezeichnet hatte, besteht aus in diesem Bereich zwei Gebäuden, dem Kindergarten mit elf darüberliegenden Wohnungen und dem Familienzentrum mit zehn darüberliegenden Zimmern für die ambulante Tagespflege sowie fünf weiteren Wohnungen. Bei einer Baustellenbesichtigung erfuhren rund 20 Interessierte den Stand der Dinge beim Bau des Mehrgenerationenzentrums.

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Familienzentrum Hochrhein ist ein Marktplatz für soziale Angebote

Lauchringen – Mit der Gründung der Ulrike‐Holzwarth‐Stiftung und dem gleichzeitig beginnenden Neubau im neu entstehenden Ortszentrum Riedpark erlebt das Familienzentrum Hochrhein (Faz) in seiner bisherigen rasanten Entwicklung seine größte Verwirklichung. Gleichzeitig setzt das Faz damit einen markanten Meilenstein in seiner ehrenamtlichen Ausrichtung sowie in seiner organisatorischen und räumlichen Ausgestaltung.

Mit einer kleinen Zeitungsmeldung, in der einige Frauen mit einem Konzept für soziale Hilfeleistungen Räumlichkeiten gesucht hätten, habe im Jahre 2006 alles angefangen, erläutert Bürgermeister Thomas Schäuble den Beginn des Familienzentrums. Überzeugt von der guten Sache habe man den Frauen spontan Räumlichkeiten in einem zum Teil noch bewohnten Wohnhaus in der Hauptstraße in Lauchringen angeboten. Zunächst nur in einer Etage in sehr beengten Verhältnissen untergebracht, entwickelte sich ein breitgefächertes soziales Dienstleistungs‐ und Unterstützungsangebot mit allmählicher räumlicher Ausdehnung auf das ganze Haus. Bei der Abwicklung und Umsetzung der angebotenen Dienstleistungen gelinge es außerdem, sozial schwache junge Leute im sogenannten zweiten Arbeitsmarkt in eine sinnvolle Beschäftigung zu bringen und sie dadurch für das spätere Leben fit zu machen, ergänzt Schäuble.

Außerhalb der in der Hauptstraße beheimateten Einrichtung entstand quasi als Nebenprodukt in der alten Gärtnerei im heutigen Baugebiet Nack II ein Freizeitgelände mit einer Feldscheune (Abenteuerland) für die Betreuung von bis zu 80 Kindern und Jugendlichen an bestimmten Öffnungstagen und in den Schulferien. Wegen der Entstehung des Neubaugebietes Nack II musste das Abenteuerland in das Freizeitgelände gegenüber dem Schwimmbad umziehen. Dabei hat sich der Rotaryclub Waldshut/Bad Säckingen bei der Planung und Errichtung einer neuen Feldscheune in vorbildlicher Weise engagiert. Die Fertigstellung der neuen Einrichtung ist für Herbst des nächsten Jahres vorgesehen.

Als weitere Nebenprodukte entstanden ein betreuter Jugendtreff „Outside“, der sich großer Beliebtheit erfreut, die Bürgerbuslinie zwischen Ober‐ und Unterlauchringen, die regelmäßige Bewirtung beim Oberlauchringer Wochenmarkt sowie Familienbesuche bei jungen Eltern.

Besonders wichtig und wertvoll sei die sogenannte unsichtbare Arbeit des Faz, nämlich die Begleitung und Betreuung psychisch erkrankter oder behinderter Menschen, betont die Leiterin des Faz, Ulla Hahn. Die vorläufige Krönung dieser einzigartigen Einrichtung im Landkreis erfolgte nun mit der Gründung der eingangs erwähnten Stiftung sowie mit dem Beginn des Neubaus im Riedpark. „Bei der großen Zukunftsaufgabe, das Zusammenleben der Generationen neu zu ordnen und zu gestalten, betrachte ich das Faz im Rahmen eines Quartiersmanagements als eine wichtige Anlaufstelle, quasi als Marktplatz für soziale Angebote und Leistungen“, fasste Schäuble das Aufgabenspektrum des FaZ zusammen.

Entstehung und Angebot

  • Entwicklung: Im Herbst 2005 gab es erste Vorarbeiten durch Cécile Rohleder und Ulla Hahn. Im Februar 2006 wurde das Konzept beim Landratsamt Waldshut vorgestellt. Im April 2006 hat das Diakonische Werk Hochrhein die Trägerschaft übernommen. Im November 2006 begann die Arbeit mit einer Info‐Veranstaltung in Waldshut. 2007 wurden die Räume in der Hauptstraße 47 in Lauchringen bezogen, seither wurde das Angebot kontinuierlich erweitert. Am Freitag ist der Spatenstich für den Neubau im Riedpark.
  • Angebot: Schulkinderbetreuung an Nachmittagen, Integrationsgruppe an Samstagen und in den Schulferien, Gesprächskreise für Selbsthilfegruppen, haushaltsnahe Dienstleistungen (Bügelservice, Autoreinigung, Haushaltsführerschein, Ausbildung und Vermittlung von „Pflege‐Unterstützern“), günstige Verpflegungsangebote (täglich Frühstück und Mittagessen) in einer Cafeteria, weitere vielfältige Unterstützungsleistungen und Begegnungsmöglichkeiten in allen denkbaren Lebensfragen. Heute arbeiten über 100 ehrenamtliche Helfer im Faz. Weitere Interessenten sind willkommen. Auskünfte gibt es unter der Telefonnummer 07741/967 99 23, per E‐Mail (kontakt@faz-hochrhein.de) oder im Internet (www.faz-hochrheihn.de).
  • Mehrgenerationenhaus: Das Mehrgenerationenhaus ist eine Einrichtung des Faz im Erdgeschoss mit einer Erweiterung von bisher rund 200 Quadratmetern auf 515 Quadratmetern. Es gliedert sich in einen offenen Bereich (Cafeteria und offenes Wohnzimmer), einen halboffenen Bereich (Vorträge und Veranstaltungen) und geschlossenen Bereich (Gesprächskreise für Selbsthilfegruppen, Kinderbetreuung). Im ersten OG entstehen Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen, im zweiten OG sind gemeindliche Mietwohnungen vorgesehen. (hsc)