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Familienzentrum Hochrhein ist ein Marktplatz für soziale Angebote

Lauchringen – Mit der Gründung der Ulrike-Holzwarth-Stiftung und dem gleichzeitig beginnenden Neubau im neu entstehenden Ortszentrum Riedpark erlebt das Familienzentrum Hochrhein (Faz) in seiner bisherigen rasanten Entwicklung seine größte Verwirklichung. Gleichzeitig setzt das Faz damit einen markanten Meilenstein in seiner ehrenamtlichen Ausrichtung sowie in seiner organisatorischen und räumlichen Ausgestaltung.

Mit einer kleinen Zeitungsmeldung, in der einige Frauen mit einem Konzept für soziale Hilfeleistungen Räumlichkeiten gesucht hätten, habe im Jahre 2006 alles angefangen, erläutert Bürgermeister Thomas Schäuble den Beginn des Familienzentrums. Überzeugt von der guten Sache habe man den Frauen spontan Räumlichkeiten in einem zum Teil noch bewohnten Wohnhaus in der Hauptstraße in Lauchringen angeboten. Zunächst nur in einer Etage in sehr beengten Verhältnissen untergebracht, entwickelte sich ein breitgefächertes soziales Dienstleistungs- und Unterstützungsangebot mit allmählicher räumlicher Ausdehnung auf das ganze Haus. Bei der Abwicklung und Umsetzung der angebotenen Dienstleistungen gelinge es außerdem, sozial schwache junge Leute im sogenannten zweiten Arbeitsmarkt in eine sinnvolle Beschäftigung zu bringen und sie dadurch für das spätere Leben fit zu machen, ergänzt Schäuble.

Außerhalb der in der Hauptstraße beheimateten Einrichtung entstand quasi als Nebenprodukt in der alten Gärtnerei im heutigen Baugebiet Nack II ein Freizeitgelände mit einer Feldscheune (Abenteuerland) für die Betreuung von bis zu 80 Kindern und Jugendlichen an bestimmten Öffnungstagen und in den Schulferien. Wegen der Entstehung des Neubaugebietes Nack II musste das Abenteuerland in das Freizeitgelände gegenüber dem Schwimmbad umziehen. Dabei hat sich der Rotaryclub Waldshut/Bad Säckingen bei der Planung und Errichtung einer neuen Feldscheune in vorbildlicher Weise engagiert. Die Fertigstellung der neuen Einrichtung ist für Herbst des nächsten Jahres vorgesehen.

Als weitere Nebenprodukte entstanden ein betreuter Jugendtreff „Outside“, der sich großer Beliebtheit erfreut, die Bürgerbuslinie zwischen Ober- und Unterlauchringen, die regelmäßige Bewirtung beim Oberlauchringer Wochenmarkt sowie Familienbesuche bei jungen Eltern.

Besonders wichtig und wertvoll sei die sogenannte unsichtbare Arbeit des Faz, nämlich die Begleitung und Betreuung psychisch erkrankter oder behinderter Menschen, betont die Leiterin des Faz, Ulla Hahn. Die vorläufige Krönung dieser einzigartigen Einrichtung im Landkreis erfolgte nun mit der Gründung der eingangs erwähnten Stiftung sowie mit dem Beginn des Neubaus im Riedpark. „Bei der großen Zukunftsaufgabe, das Zusammenleben der Generationen neu zu ordnen und zu gestalten, betrachte ich das Faz im Rahmen eines Quartiersmanagements als eine wichtige Anlaufstelle, quasi als Marktplatz für soziale Angebote und Leistungen“, fasste Schäuble das Aufgabenspektrum des FaZ zusammen.

Entstehung und Angebot

  • Entwicklung: Im Herbst 2005 gab es erste Vorarbeiten durch Cécile Rohleder und Ulla Hahn. Im Februar 2006 wurde das Konzept beim Landratsamt Waldshut vorgestellt. Im April 2006 hat das Diakonische Werk Hochrhein die Trägerschaft übernommen. Im November 2006 begann die Arbeit mit einer Info-Veranstaltung in Waldshut. 2007 wurden die Räume in der Hauptstraße 47 in Lauchringen bezogen, seither wurde das Angebot kontinuierlich erweitert. Am Freitag ist der Spatenstich für den Neubau im Riedpark.
  • Angebot: Schulkinderbetreuung an Nachmittagen, Integrationsgruppe an Samstagen und in den Schulferien, Gesprächskreise für Selbsthilfegruppen, haushaltsnahe Dienstleistungen (Bügelservice, Autoreinigung, Haushaltsführerschein, Ausbildung und Vermittlung von „Pflege-Unterstützern“), günstige Verpflegungsangebote (täglich Frühstück und Mittagessen) in einer Cafeteria, weitere vielfältige Unterstützungsleistungen und Begegnungsmöglichkeiten in allen denkbaren Lebensfragen. Heute arbeiten über 100 ehrenamtliche Helfer im Faz. Weitere Interessenten sind willkommen. Auskünfte gibt es unter der Telefonnummer 07741/967 99 23, per E-Mail (kontakt@faz-hochrhein.de) oder im Internet (www.faz-hochrheihn.de).
  • Mehrgenerationenhaus: Das Mehrgenerationenhaus ist eine Einrichtung des Faz im Erdgeschoss mit einer Erweiterung von bisher rund 200 Quadratmetern auf 515 Quadratmetern. Es gliedert sich in einen offenen Bereich (Cafeteria und offenes Wohnzimmer), einen halboffenen Bereich (Vorträge und Veranstaltungen) und geschlossenen Bereich (Gesprächskreise für Selbsthilfegruppen, Kinderbetreuung). Im ersten OG entstehen Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen, im zweiten OG sind gemeindliche Mietwohnungen vorgesehen. (hsc)

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